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Sep
08

Drei Tage wach

Geschrieben von (Alex) in Bundestagswahl 2009, Hochtour am 8. September 2009

„Auf geht’s, ab geht’s, drei Tage wach“ wird nicht nur das Motto der nächsten BuKo sein, es ist auch die passendste Überschrift für die ersten 72 Stunden der Hochtour NRW. Nachdem wir, zusammen mit hunderten DemonstrantInnen aus ganz NRW und RLP, bereits mitten in der Nacht von Freitag auf Samstag in den Sonderzug zur Anti-Atom-Demo nach Berlin steigen durften wussten wir: Das wird ein langes Wochenende! (Für mich hieß das: Samstag morgens um 3:30 Uhr aus dem Bett, da lieg ich normalerweise noch garnicht drin!)

Und wir sollten recht behalten: Nach der erfolgreichen Demo mit ca. 50.000 TeilnehmerInnen ging es zügig nach Wertpfuhl zum Auftaktfestival der Hochtouren. Aber auch das volle Programm dort hat keine Erholung zugelassen. Dafür sind wir jetzt wieder fit in Erster Hilfe, spritsparendem Fahren und dem Argumentieren in verschiedenen Themenfeldern. Dazu kamen noch vielseitige Diskussionen, Aktionstraining und nicht zu vergessen: gutes Essen.

Montag morgens waren wir also bestens vorbereitet zum Start auf die Hochtour durch NRW! Erste Station: Göttingen. Ist zwar nicht in NRW, lag aber trotzdem auf unserer Route. Auch wenn wir während der Fahrt Momente hatten, in denen wir uns nicht sicher waren, ob wir das richtige Göttingen ansteuern (wisst ihr, wie viele Göttingen es gibt!?) und uns auch noch dieser verfluchte Bulli von der Nordtour (oder war es NDS?) überholt hat, sind wir gut und vor allem pünktlich angekommen. Nach langem Packen, Kramen und Sortieren des Materials ging es dann auch los mit der Aktion, die wir in den nächsten drei Wochen schwerpunktmäßig durchführen werden: Die Anti-Atom-Aktion.

Diese Aktion ist schnell erklärt und den Meisten wahrscheinlich bekannt. Zwei bis Drei AktivistInnen quetschen sich in einen lebensechten Strahlenschutzanzug, strecken ein wenig Fake-Plutonium mit einer Zange möglichst weit von sich weg und sprechen PassantInnen mit Sätzen wie „Die Asse ist voll, haben Sie vielleicht noch Platz für etwas Atommüll?“ oder „Wir wissen nicht wohin damit, wollen Sie vielleicht was hiervon haben?“ an. (Es geht dabei übrigens um Anzüge, in denen schon der ein oder andere Soldat seine Feldübungen gemacht hat, was wohl auch für die passenden Gasmasken gilt. Ich würd’ mich nicht einmal wundern, wenn da drin schon wer gestorben ist…)

Die Aktion hat dann auch – entsprechend unserer Erwartungen – sehr gut geklappt und lief insgesamt besser als der Aufbau des passenden Standes. Da hatte nämlich jemand nicht bedacht, dass man die Plane des Pavillons erst nach dem Aufbau des Gestänges am selbigem befestigen sollte. Durch diesen schweren Konstruktionsfehler hätten wir es beinahe geschafft, schon am ersten Tag den Pavillon zu vernichten. Auf den Anruf bei Carola und Anna hätte ich mich gefreut. Es ist aber dann doch nur bei einer kleinen Delle geblieben.

In diesem Sinne: Wenig geschlafen, viel geschafft, Danke!