Sep
09

Die Montogolfiade

Geschrieben von (Alex) in Bundestagswahl 2009, Hochtour am 9. September 2009

Tag zwei. Aktion zwei. Geschichte zwei. Und sie beginnt morgens um halb 9. Da klingelte der erste Wecker. Mein Wecker. Denn heute war ich der Gastgeber. Oelde, meine Heimatstadt, liegt fast auf der Route von Göttingen nach Warstein, es hatte sich also angeboten bei mir zu Hause Station zu machen. Zumal es wahrscheinlich ein komfortablerer Schlafplatz war, als es die Geschäftsstelle in Göttingen gewesen wäre. Es gab jedenfalls keine Beschwerden.

In Warstein mussten wir erst gegen Vier auftauchen, es war also noch genug Zeit für eine Spontanaktion auf dem Oelder Wochenmarkt. Also haben wir nach ausgiebigem Frühstück die Strahlenschutzanzüge ausgepackt und die ultra-konservativen Oelder mit unserem Atommüll verunsichert. Das wir dafür später ein nettes Abendessen spendiert bekommen haben, war nur ein kleiner Nebeneffekt ;) .

Auf dem Weg nach Warstein kam dann ein wenig begeisterter Anruf von Eike, der eigentlich in Warstein auf uns warten sollte. Er hatte seinen Bus um eine Minute verpasst und müsse jetzt eine Stunde später kommen und der ÖPNV im ländlichen Raum hier sei sowieso das Letzte. Wo er recht hat, hat er recht. Warten musste er trotzdem nicht. Wir legten nämlich einen Zwischenstopp in der Weltstadt Soest ein, um Eike einzusammeln. Dank fehlendem Vertrauen zu der Restzeitanzeige des Navis konnten wir trotzdem noch pünktlich in Warstein ankommen.

Da war dann aber auch der Tank leer. Auf den ersten Blick kein Problem, aber damit, dass es in und um Warstein einfach keine Aral-Tankstelle gibt, hat niemand gerechnet. Also geht’s an unser Tagesbudget, um an ‘ner freien Tanke in Warstein zu tanken. Super!

Doch Entschädigung kam prompt. Die Aktion in Warstein war nämlich in keiner langweiligen Innenstadt, oder auf ‘nem beliebigen Wochenmarkt, es ging viel mehr zu einer richtigen Attraktion: Die Montogolfiade. Für Unwissende: das größte Ballon-Festival Europas. Neben einem kleinen Jahrmarkt gab’s also jede Menge Heißluftballon in allen Farben und Formen.

Dass die Warsteiner an diesem Nachmittag noch konservativer und weniger zugänglich für unsere Aktion waren, als die Oelder am Morgen, konnte uns dann auch nicht weiter stören. Es gab viel zu sehen. Da gab es zum Beispiel einen wunderbaren Stand der Bundeswehr, mit Hubschrauber und Flugsimulator. Hab’ mich auch direkt für zwölf Jahre verpflichtet (Nein!).

Davon war besonders die zahlreich erschienende Grüne Jugend Warstein begeistert, die sich, wie auch ich, auf die ein oder andere Diskussion mit den Soldaten eingelassen hat.

Dementsprechend erschöpft waren wir aber auch auf dem Rückweg, der uns dann vor schier unlösbare Aufgaben gestellt hat. Wir suchen immer noch nach Tipps: Wie macht man den Heckscheibenwischer aus? Wir wissen’s jedenfall nicht.

Und für die, die es sich wahrscheinlich schon die ganze Zeit fragen: Ja, es geht um das Warstein mit der Brauerei und nein, wir haben keine Brauereibesichtigung gemacht.

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