Archive for September, 2009

Sep
25

Ostwestfalen

Geschrieben von (Alex) in Sonstiges am 25. September 2009

Wir sind auf der Zielgeraden. Der lang ersehnte Sonntag ist praktisch schon in Sicht. Die vorletzte Aktion wurde soeben abgeschlossen. Jetzt steht nur noch Krefeld an. Wir sind zuversichtlich.

Gestern und heute standen ganz im Zeichen Ostwestfalens. Als tiefste Provinz verschrieen ist Ostwestfalen die Region mit den einzigartigen Metropolen namens Bielefeld und Paderborn. Die durften wir jedoch nicht besuchen. Stattdessen mussten wir uns mit Lemgo und Brakel zufrieden geben.

Zunächst erwartete uns Lemgo, die Stadt, in der Ute Koczy ihr Wahlkreisbüro unterhält. Den Blog über die Aktion dort kann ich mir allerdings sparen, den könnt ihr nämlich auch einfach auf Utes Homepage unter http://www.ute-koczy.de/cms/default/dok/306/306598.3tagewach_start_in_lippe.html nachlesen. Ich könnte hier jedoch noch anmerken, dass wir uns sehr wohl gefühlt haben bei Ute, Alexander und co :) .

Heute mussten wir uns dann schon um 8 Uhr Richtung Brakel aufmachen, was uns, trotz netter Verabschiedung und gutem Frühstück von Nils und Familie, relativ schwer fiel. Wir sind aus der letzten Woche dann doch eher Nachmittagsaktionen gewöhnt. Brakel ist jedenfalls – kurz gesagt – ein schwarzes Loch. Aber dank der Unterstützung der ortsansässigen Grünen Jugend konnten wir bestimmt einige der anwesenden Schüler, die von ihrem Politiklehrer zu den Wahlkampfständen geschickt wurden, von Grünen Inhalten überzeugen. Das machte die Aktion sehr kurzweilig und jetzt sitzen wir schon wieder in Oelde – bei mir zuhause – und freuen uns auf morgen.

Falls jemand von euch das drängende Interesse hat, uns in Farbe und Aktion zu beobachten, hier der Link zur WDR-Mediathek: http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2009/09/24/lokalzeit-dortmund-bundestagswahl-hagen.xml;jsessionid=319AC642C19CAD8A2EFC001F588F1888.mediathek3 (Beitrag über unsere Aktion in Gevelsberg)

Sep
24

Von Castrop-Rauxel über Wanne-Eickel

Geschrieben von (Alex) in Sonstiges am 24. September 2009

(von Oliver)

Am Dienstag Mittag haben wir unsere Mitstreiterin Lydia am Bochumer Bahnhof abgeholt und sind im Anschluss nach Castrop-Rauxel gefahren. Dort haben wir uns neben der Anti-Atom-Aktion

ausgiebig mit einem bei allen Wahlkampfständen bekannten, sehr engagierten Ortsansässigen unterhalten. Er war so begeistert, dass er uns sogar ein Tablett mit Eisbechern brachte (leider unvegan). Dafür gab es dann aber reichlich Bio-Guavenmus von den Grünen. Vielen Dank dafür.

Danach bezogen wir die dekadenteste Übernachtungsmöglichkeit unserer bisherigen Reise. Ein Drei-Sterne-Hotel, das allerdings eher im 50er Jahre Stil gehalten war.

Am Abend machten wir noch einen Abstecher auf die gerade stattfindende Kirmes, was dann sehr spaßig wurde :) .

Der Morgen brachte ein frühes Aufstehen und Frühstücken im Speisesaal mit sich.

Bei unserm nächsten Stand, in Recklinghausen, trafen wir dann Timo, der uns den Tag über noch tatkräftig unterstütze. Auch dafür danke.

Ganz in der Nähe zu dem GJ-Stand hatten die SOS-Kinderdörfer einen aufgebaut. Die Mitarbeiter waren im Ansprechen von Leuten geschult. Da können wir noch einiges von lernen.

Der zweite Stopp an diesem Tag war in Herne. Dort nieselte es zwar auch die ganze Zeit und das Gerechtigkeitsmemory wurde kaum in Anspruch genommen, dafür konnten wir aber ein neues Mitglied werben.

Den Abend und die Nacht verbrachten wir bei Alex zuhause, was auch sehr spaßig war :) .

Sep
22

Wahlfang in Bochum

Geschrieben von (Alex) in Sonstiges am 22. September 2009

Heute quasi ein Heimspiel. Wir hatten unseren Stand ganz in der Nähe unseres Basislagers im schönem Bochum. Dank Oliver, der Verstärkung aus Goch, sind wir mittlerweile übrigens zu dritt und auch die zahlreichen Ortsmitglieder/Interessierte verhalfen uns zu einer größeren grünen Präsenz. Nach der Aktion waren wir am Dr.-Ruer-Platz, wo Frank-Walter Steinmeier eine Wahlkampfrede hielt, mit der er in Bochum auf offene Ohren stieß. Da lässt sich nur hoffen, dass sein Vorhaben Schwarz-Gelb zu verhindern gelingt und das tatsächliche Wahlergebnis von den Prognosen abweichen wird, wie er verkündete.

Das soll aber nicht heißen, dass ich jetzt die SPD wählen werde. Obwohl die anderen Parteien ihr Bestes tun die Leute mit (teilweise) billigen Tricks zu ködern (den CDU-Waffeln konnte ich grad noch so widerstehen), habe ich mich entschieden kommenden Sonntag mein Kreuz bei der FDP zu machen.

Die Lebkuchenniere, die mir geschenkt wurde und die auf eine liberalere Organspendenregelung aufmerksam machen soll, hat mich überzeugt.

Kleiner Scherz ;-)

Aber jetzt mal im Ernst, wie unvorzeigbar muss ein Wahlprogramm sein, wenn die FDP eine Woche vor der Bundestagswahl mit so einem Randthema für sich wirbt?! Versteht mich nicht falsch, Organspenden ist sehr wichtig und richtig und es ist gut, wenn über dieses Thema gesprochen wird.

Aber BürgerInnen sollten doch noch über andere (Haupt!)Inhalte informiert werden..

Naja..

Der Lebkuchen war übrigens furztrocken. Gut für uns, da werden sie wohl nicht zu viele Stimmen damit gewonnen haben :D

Hiermit beende ich dann meinen zweiten Blog.

Gute Nacht, eure Anna

(Und lasst euch nicht von irgendwelchen Gimmicks überzeugen, außer es ist grüne Ahoi-Brause oder ein tolles Feuerzeug mit Flaschenöffner:P)

Sep
20

Villa Kunterbunt

Geschrieben von (Alex) in Hochtour am 20. September 2009

Unsere Tour hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Nach einem langen, langen Tag mit einer Aktion in Hagen und einer Aktion in Leverkusen wurde uns bereits am Telefon berichtet, dass wir in einer „WG in Leverkusen“ übernachten werden. Was sich hinter dieser maßlosen Untertreibung verbergen sollte, durften wir gestern Nachmittag erfahren.

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An der angegebenen Adresse erwartete uns ein riesig wirkendes Haus und schon beim Öffnen der Tür wurde uns klar: Das ist keine WG. Das ist praktisch ein Hausprojekt. Geil! Peter begrüßte uns und wir wurden von Eindrücken überflutet. Das Haus zieht sich über drei Etagen mit jeweils einem endlos langem Flur, der liebevoll eingerichtet daherkommt und eine wohnliche, romantische Stimmung verbreitet. Man fühlt sich ein wenig wie in Pippi Langstumpfs’ Villa Kunterbunt. Hinter manchen der zahlreichen Türen verbergen sich die Zimmer der sieben Hausbewohner, hinter Anderen kleine und freundliche Badezimmer oder große, alternativ eingerichtete Küchen. Manche Türen bringen uns aber auch nur in leere Räume oder als Abstellkammer genutzte Gemächer. Es gibt jedenfalls viel zu entdecken.

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In der ersten Etage hängen im hinteren Teil des Flures interessante Werke eines ukrainischen Künstlers, der dieses Haus vor seinem Tod gerne besuchte und sich hier teilweise bis zu sechs Monate einnistete. Im zweiten Stock findet man dagegen eine in dem Flur hängende Schaukel, zahlreiche selbst gemalte Bilder, sowie einen Spiegel, welcher besonders Anna begeistert. Ich weiß nicht, wie sie das geschafft hat, aber sie hat ihn jetzt sogar geschenkt bekommen. (So eine Made.)

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Der dritte Stock im Dachgeschoss, in dem auch wir untergebracht sind, zeichnet sich vor allem durch die Bibliothek, in der wir schlafen aus. Die Stimmung, die dieser Raum verbreitet, wird vielleicht über das angehängte Foto deutlich, an einer in Worte gefassten Beschreibung der Atmosphäre würde ich aber sicher scheitern.

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Zu guter Letzt der Garten: Dieser erinnert an kleine, etwas wilde Parks in mediterranen Gebieten. Liebevoll gepflegt, aber dennoch naturbelassen und ganz und gar nicht bürgerlich wirkend, offenbart der Garten verschiedenste Pflanzenarten, Sitz- und Liegeecken, sowie eine nie von einem Hund genutzte Hundehütte. Peter berichtete aber, das die Hütte schon als „Meerschweinchenkirche“ verwendet wurde.

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Im dem Garten werden wir gleich auch noch das ein oder andere Erinnerungsfoto schießen, bevor wir uns an unserem freien Tag (der einzige auf unserer Hochtour) wieder nach Bochum begeben und über die gestrige Kneipentour durch Leverkusen-Opladen sinnieren werden.

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Aber auch euch noch einen schönen Tag!

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Sep
19

Lokalzeit

Geschrieben von (Alex) in Sonstiges am 19. September 2009

Mein einziger Abend mit auf den Hochtouren, deshalb habe ich heute die ehrenvolle Aufgabe, das Bloggen zu übernehmen.

In Gevelsberg angekommen, ging es mit dem verstrahlten Atommüll durch die Fußgängerzone. Bei einem zweiten Rundgang wurden wir sogar von einem Kamerateam des WDR begleitet, sind also bald bei der Lokalzeit Dortmund mit einem jungen Mann zu sehen, der nur für seine Mama Grün gewählt hat.

Für mich die wichtigste Erfahrung des Tages: Eine Fernsehkamera neben dir sorgt dafür, dass das Wahlkampfgespräch sehr entspannt und ohne große Diskussionen verläuft ;)

Zurück beim Stand herrscht Aufregung. Einige Jugendliche hatten ein Grünen-Plakat dreist mit einem Nazi-Sticker beklebt. Ich sicherte mir einen Stuhl und verfolgte, wie die alarmierte Polizei trotz der nur zwanzig Meter entfernten Station eine Streife schickte, um die Personalien des Bengels aufzunehmen.

Und schließlich kam es dann auch noch zu einer Schlägerei. Die besagten Bengel, die sich selber als Neonazis bezeichneten, hielten es auch noch für nötig sich gegenseitig zu verhauen. Herzlichen Glückwunsch!

Das wars auch schon, liebe Grüße,

Johanna

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Sep
18

Bergfest

Geschrieben von (Alex) in Hochtour am 18. September 2009

Wir sind wieder bei mir und Alex ist schwer beschäftigt. Also schreibe ich heute diesen Blog (was sich zwar positiv auf die Frauenquote, aber negativ auf die Länge unseres Beitrags auswirkt…)

Ratingen heute war zwar etwas früh, kalt und konservativ, dafür war der Ortsverband umso herzlicher. So waren nervige PassantInnen, die sich z.B. über unsere Feuerzeuge aufregten („Waaaas?!? Ihr Grüne unterstützt Raucher? Wie könnt ihr bloß Raucher unterstützen?!“), beim leckeren vegetarischen Essen nach der Aktion schon fast wieder vergessen.

Ich würde jetzt am liebsten wieder an Alex abgeben und weiß auch garnicht was ich noch schreiben könnte, aber der weigert sich vehement und versucht mit scheinheiligen Argumenten Richtung Gleichberechtigung zu vertuschen, dass er heute einfach keine Lust hat zu bloggen.

Wie dem auch sei, schlaft schön,

Anna
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Sep
17

Hattingen City

Geschrieben von (Alex) in Sonstiges am 17. September 2009

Heute Nacht schlafe ich unter dem zarten Blick des Robert Pattinson. Er hat nicht zur zwei Augen auf mich gerichtet, sondern gleich Acht. Ich liege praktisch mitten in einem ausgedehnten Twilight-Posterdschungel. Und das hat einen ganz einfachen Grund: Ich schlafe in dem Zimmer eines zwölfjährigen Mädchens. Annas kleine Schwester, um genau zu sein.

Wir sind nämlich bei Anna zuhause untergebracht. Wir, dass sind mittlerweile nur noch Anna und Ich, Thio durften wir vor wenigen Stunden bei seiner Wohnung absetzen (die im Übrigen übertrieben groß ist für einen Studenten, der auch noch alleine wohnt).

Zuvor gabs aber noch eine Aktion in Hattingen. Mein erster Eindruck: Das ist alles, aber ganz bestimmt kein Ruhrpott. Hätte Verena mich nicht schon gestern darauf vorbereitet, hätte ich niemals geglaubt, dass es im Ruhrgebiet eine so gut erhaltene Innenstadt mit Fachwerkhäusern und historischen Bauten geben kann. Es war jedenfalls schön.

Die Anti-Atom-Aktion verlief zunächst auch wie gehabt und ich machte mir schon Sorgen, dass es garnichts geben könnte, worüber ich bloggen kann. Doch kurz bevor wir uns zum Abbauen bereit machen wollten, tat mir das Hattinger Ordnungsamt den Gefallen: Zwei Beamte sprachen uns an. Sie wiesen uns amüsiert bis freundlich darauf hin, dass sie schon von verstörten PassantInnen auf uns, die Unruhestifter, angesprochen wurden. Das grenze an Erregung öffentlichen Ärgernisses und deswegen seien sie befugt unsere Aktion auf den Platz einzugrenzen, für den wir auch unseren Stand angemeldet hatten. Das halte ich zwar für ein Gerücht, dennoch fügten wir uns den Ordnungshütern und trotteten zu unserem Wahlkampfstand, um gemütlich abzubauen.

Traurig aber wahr, das wars fast an Berichtenswertem. Gute Nacht!

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Sep
15

Waschtag

Geschrieben von (Alex) in Hochtour am 15. September 2009

Heute: Keine Lust.

Deshalb: Video-Blog.

Viel Spaß!

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Sep
15

Tag Acht, Desaster Eins

Geschrieben von (Alex) in Bundestagswahl 2009, Hochtour am 15. September 2009

Der Tag hätte so schön anfangen können. Ausschlafen, gemütlich duschen, ausgiebig frühstücken, Emails checken und irgendwann ganz entspannt Richtung Mühlheim. Von Wegen: Um 11:30 klingelte das NRW-Handy. „Wo bleibt ihr?! Ihr solltet schon vor einer Stunde in Krefeld sein!“ Mir blieb kurz das Herz stehen. Hab ich etwa einen Termin verpennt? Der schnelle Blick in die Mappe verrät: Nein, hier steht nichts.

Okay gut, vielleicht ein Missverständnis. Zum Glück ist Anna in der Nähe. Doch dann wird klar: Der Termin in Krefeld steht tatsächlich. Irgendwo in meinem Postfach finde ich auch die Mail mit dem Betreff „Update“ und einem unscheinbaren Anhang: Unser Hochtourplan mit der entscheidenden Änderung. Verflucht. Dann hab ichs also doch verpeilt. Muss ich überlesen haben. Dabei wollten wir doch eigentlich den Preis absahnen für die reibungsloseste Tour. Den können wir jetzt wohl vergessen.

Okay, bei Krefeld entschuldigt und mit schlechtem Gewissen nach Mülheim: Memory-Aktion. Lief ganz gut, außerdem gabs was zu sehen: Die MLPD breitete sich neben uns zu ihrer Montags-Demo aus. Mit erstklassigen Songs wie „Es hat keinen Zweck, Hartz IV muss weg und mit ihm das ganze Berliner Kabinett“ wurden wir auf hohem Niveau politisch aufgeklärt. Danke dafür…

Zusätzlich durfen wir uns noch für die Peace-Zeichen auf unseren Hochtouren-Shirts rechtfertigen. Eine doch schon recht alte Dame behauptete das Zeichen sei ein umgedrehtes Kreuz und lies sich auch nicht davon abbringen. Sie nannte mich stattdessen nur den „Antichristen“.

Auf dem Rückweg kehrten wir dann wieder im „Zodiac“ ein, der vegan/vegetarischen Pizzeria in Essen. Und wenn ichs nicht besser wüsste, würde ich sagen: Heute war es noch leckerer. Lag vielleicht auch an dem Soja-Bananen-Shake, den ich mir zu meiner Pizza gegönnt habe. Einfach nur gut! Doch es wurde noch besser: Wieder in Bochum angekommen ist die erste Nachricht von Anna: „Wir müssen uns das anders überlegen mit den Updates, der Ost-Tour ist der gleiche Fehler passiert“ Jubelstimmung! Ich bin also doch nicht der Depp der Hochtouren! Nicht dass ich mich freuen würde, dass bei der Osttour Fehler passieren, aber doch, das mach ich!

So, zum Abschluss noch die Frage des Tages, vor fünf Minuten von Thio, der für die Hochtour übrigens seine Kunst-Akademie schwänzt, rausgelassen: „Bayern ist doch eines der reichsten Bundesländer der Welt, oder nicht?“

Sep
14

Quartier im Revier

Geschrieben von (Alex) in Bundestagswahl 2009, Hochtour am 14. September 2009

Anna öffnet uns strahlend die Tür und die Sonne geht auf! Wir sind endlich angekommen in unserem lang ersehnten Ruhrgebiets-Basislager. Das gemütliche WG-Zimmer mit den zwei leicht lädierten Matratzen werden sich Thio, Anna und ich die nächsten drei Tage teilen. Nach kurzem Austausch mit Anna gibts für mich nur eins: WLAN-Schlüssel her und ab ins Internet. Ich fühl mich schon fast wie Sascha Lobo (Der Web 2.0 Klassensprecher, der sich an Vodafone verkauft hat).

Der Tag fing bereits gut an. (Und das meine ich nicht sarkastisch!) Etwas zu früh standen wir in der Dortmunder Innenstadt und konnten Björn schon mal den Bahnhof zeigen, von dem aus er heute Abend den Heimweg antreten musste. Kurz nachgefragt, wie wir zur Reinoldikirche kommen, trafen wir dann auch auf die Grüne Jugend Dortmund. Die haben sich direkt den Strahlenschutzanzug einverleibt und uns praktisch die Arbeit abgenommen. Sehr angenehm, von uns kann das Ding nämlich niemand mehr sehen. Das nebenbei laufende Gerechtigkeitsmemory mussten wir zwar wegen Regen abbrechen und der Pavillon wäre uns auch beinahe davongefolgen, ich würde die Aktion aber dennoch als Erfolg bezeichnen.

In der Innenstadt war jedoch erstaunlich wenig los. Trotz eines City-Laufes und des Tages des offenen Denkmals waren nur wenige Menschen in der Stadt. Allerdings durften wir eine Schlägerei beobachten. Action pur. Sowas kenne ich gar nicht aus Oelde. Ich wäre am liebsten hin gerannt und hätte „weiter, weiter!“ geschriehen. Aber wir haben ja schon in der Grundschule gelernt: „Hört auf!“-Rufe sind das Ding! Zum Glück konnten sich die Steithähne auch ohne unsere Rufe wieder trennen und die Polizei regelte den Rest.

Danach ging es (wie könnte es auch anders sein) zum Essen. Und es war (ihr ahnt es wahrscheinlich schon…) mal wieder richtig gut! Wer noch nie beim Kartoffel-Lord in Dortmund war, muss das unbedingt nachholen! Der Arabic, den man grob als Soja-Gyros in Dürum-Brot beschreiben könnte, ist einfach unglaublich! Das mussten auch unsere Omnivoren zugeben.

Um 19:30 stampften wir dann mit Dortmunder GJ-Begleitung ins Kino: Inglorious Basterts. Zweieinhalb Stunden, die vorübergehen, als wären es zwanzig Minuten. Meiner Meinung nach ein wirklich guter Film, der Pulp Fiction vielleicht sogar seinen Rang abtrünnig machen wird. Es gibt nur einen Nachteil: Nach schätzungsweise vierzig Tonnen Popcorn auf Grünen-Rechnung liegen wir jetzt gekugelt auf unseren Matratzen und versuchen gequält unsere Darmträkte zum Verdauen anzuregen.

In diesem Sinne, gute Nacht!