Archive for August, 2009

In der Lokalzeit aus Köln wurden zwei junge, politisch engagierte Menschen vorgestellt, unter Ihnen Dörte Esthers, die Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Köln.

Mit einem originellen Fahrrad-Flashmob hat die Kölner Basisgruppe auf Missstände im Kölner Fahrradverkehr aufmerksam gemacht. So macht Politik Spaß!

Den Beitrag könnt ihr in der WDR Mediathek anschauen.

Es war wirklich früh. Um 9 Uhr versammelten sich die ersten engagierten AntifaschistInnen auf dem Bonner Friedensplatz. Kaffee sollte uns wachmachen.
Warum nur so früh? Für 10 Uhr hatte der Bonner Ableger der rechtsextremen Bürgerbewegung Pro NRW eine „Wahlkampfkundgebung“ angemeldet.

Für die BonnerInnen war immer schon klar: Für rassistische Hetzparolen, Diskriminierung und Islamophobie ist in Bonn kein Platz. Also haben sich Parteien, Organisationen und engagierte BürgerInnen bereits vor Wochen in einem Bündnis zusammengeschlossen, um diesen rechten Spuk zu verhinden oder zumindest zu stören.
Mit dabei: Natürlich die Grüne Jugend!

An die 500 Personen konnten wir also zu so früher Stunde auf den Bonner Friedensplatz mobilisieren. Ein Meer aus bunten Flaggen und Transparenten dominierte schnell die Szenerie.

Um 10:00 kamen sie dann auch an. 20 armseelige PRO-Anhänger in einem Miet-LKW.
Schnell wurden Transparente mit durchgestrichenen Moscheen und Deutschlandflaggen ausgepackt, welche die nächsten 90 Minuten geradezu krampfhaft geschwungen werden sollten.

Ansonsten verirrte sich niemand zu dem rechten Spektakel – wie auch? Die Polizei musste es komplett absperren, und somit war Pro Bonn umringt von GegendemonstrantInnen, die die Veranstaltungen mit einem ohrenbetäubenden Pfeif-Konzert begleiteten. (Ohne Oropax wäre ich jetzt wohl taub).
Schallendes Gelächter brach aus, als aus den Lautsprechern der Rechten der Radetzky-Marsch ertönte. Selbstironie? Wahrscheinlich nur die pure Verzweiflung.

Nach 90 Minuten war die Show dann auch schon wieder vorbei. Der rechte Mob und das Equipment wurden wieder in den Miet-LKW verfrachtet, welcher sich schnell aus dem Staub machte.

Bonn hat erfolgreich Flagge gezeigt gegen Rechts. Pro Bonn hat keine Chance – gut so!

Eines sollte aber noch kritisch angemerkt bleiben: Von der CDU hat man keine Person erblicken können. Und so bleibt die Frage weiterhin offen: Wie haltet ihr es mit dem Kampf gegen rechts? Gerne hätten wir euch mit Besen und Eimer gesehen – eure Kölner Parteifreunde haben es euch doch vorgemacht!

Aug
19

Um den Auto-Verkehr in der Wittener Innenstadt ein wenig zu entschleunigen und PassantInnen auf grüne Verkehrspolitik aufmerksam zu machen, hat die Grüne Aktion am Mittwoch eine Fahrraddemo vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt und Zurück veranstaltet.

Mit etwa 25 TeilnehmerInnen könnte die Demo zumindest quantitativ sogar den Kölner Fahrrad-Flashmob vom vorherigen Abend toppen. Die Wittener AktivistInnen waren dabei allerdings um einiges jünger, hier waren vor allem Mitglieder der Grünen Aktion Witten, der Grünen Jugend Dortmund und einige lokale SympathisantInnen am Werk.

Auch die Wittener Polizei hat sich für das bunte Treiben interessiert. Zunächst noch ratlos an der Radtour vorbeifahrend entschlossen sie später, den Beteiligten zu zeigen, dass in Witten noch Recht und Ordnung herrscht. Mit gleich zwei Streifenwagen versuchten sie einem aufgebrachten Altgrünen, der an der Tour teilnahm, weiß zu machen, dass in Deutschlad Radtouren natürlich nicht verboten, ab 15 Teilnehmern aber beim Straßenverkehrsamt anzumelden seien.

Die AktivistInnen, die die nüchtern betrachtet doch relativ freundlichen und kooperativen StaatsbeamtInnen scheinbar gewohnt waren, ließen sich jedoch nicht demotivieren und schafften es auf ihrer Strecke gleich drei verschiedene Kreisverkehre zu blockieren, von der allgemeinen Stauung des Verkehrs hinter der Tour einmal abgesehen. Viele der AutofahrerInnen und PassantInnen interessierten sich dennoch, oder gerade dadurch, was die Grüne Aktion mit der Radtour bewirken wollte.

Um die offenen Fragen im Vorbeifahren beantworten zu können, hat die Grüne Aktion selbsterstellte Flyer mit den inhaltlichen Kernpunkten „Für mehr Radwege! Für mehr Kreisverkehre!“ und „Für mehr Nahverkehr!“ unter die Leute gebracht.

Ingmar, ein Mitglied der Grünen Aktion, ist bis auf den Eingriff der Polizei sehr zufrieden mit der Demonstation: „Wir wollten eine Aktionsform wählen, die auch für Jugendliche interessant ist, da hat sich ein Flashmob besonders angeboten.“ Zu der Wittener Verkehrssituation ergänzt er: „In Witten gibt es praktisch keine Fahrrad-Überlandwege in die Nachbarstädte und auch der innerstädtische Verkehr ist eindeutig nicht für Radfahrer ausgelegt. Deswegen fahren hier viel zu viele Menschen überwiegend mit dem Auto.[...]“

Wer – nicht nur durch diese Aktion – mehr Lust auf die Grüne Aktion Witten bekommen hat, der sollte am Samstag, den 22.08., ab 20 Uhr unbedingt zu ihrer Party in die Wittener Werk°Stadt kommen. Gespielt werden hauptsächlich Ska, Soul und Reggae. Der Eintritt ist frei. Eine Wegbeschreibung findet ihr unter werk-stadt.com.

Aug
18

Zeit, dass sich was dreht

Geschrieben von (Alex) in Kommunalwahl 2009 am 18. August 2009

Wer Dienstagabend um Viertel nach 6 das Glück hatte, sich in der Nähe des Kölner Hauptbahnhofes zu befinden, durfte neben wartenden AutofahrerInnen, erstaunten PassantInnen und sogar einem WDR-Fernsehteam die Grüne Jugend Köln bei einem spektakulären Flashmob beobachten.

Der Kreisverkehr am Breslauer Platz wurde dank der konsequenten Benutzung durch etwa 20 RadfahrerInnen – zusammengesetzt aus jung- und altgrünen Kölnern – für AutofahrerInnen komplett blockiert. Diese konnten, bis auf vereinzelte Drängler, erst nach den 5 Minuten, die für den Flashmob angesetzt waren, ihre CO2-Mobile wieder in Gang setzen.

Auch die anwesenden Polizisten, die zunächst noch versuchten die Aktivisten zu überreden „den Verkehr nicht komplett [zu] blockieren“, hielten tapfer durch ohne die grüne Meute zu stören. Die Blockade ist zwar aus Rücksicht auf das Fernsehteam, das sich zuerst am falschen Kreisverkehr eingefunden hatte, 15 Minuten später als geplant gestartet worden, dennoch ist Robin, einer der OrganisatorInnen, mit dem Verlauf zufrieden und erklärt zu den Motiven der außergewöhnlichen Aktion:

„Wir haben schon länger geplant einen Flashmob zu organisieren. Man erreicht mit wenig Aufwand viele Menschen und das ganze hat auch insgesamt eine gute Wirkung. [...]“ Zu der erwünschten Botschaft des Mobs ergänzt er: „Die Aussage steht auf unserem Banner: Wir wollen mehr Radwege! RadfahrerInnen müssen genauso am Verkehr teilnehmen können wie Fußgänger oder Autos. Und ich denke, dass es auch hier einige PassantInnen und vielleicht sogar AutofahrerInnen gegeben hat, die uns dabei zustimmen. [...]“

Zumindest auf einen Taxifahrer, der in der ersten Reihe stehend lautstark verkündete, wie sehr ihm diese Aktion missfällt, trifft das allerdings eher nicht zu. Insgesamt – zumindest in Relation zu der Länge des erzeugten Verkehrsstaus – ist das Hupkonzert jedoch ziemlich leise ausgefallen. Nicht nur für die Wirkung auf das anwesende Fernsehteam haben einige TeilnehmerInnen mehr von den AutofahrerInnen erhofft.

Wer gerne bewegte Bilder vom Breslauer Platz sehen möchte, dem sei die Lokalzeit Köln (Donnerstag, 19:30 WDR, Wiederholung: 2:00) ans Herz gelegt, in der das von dem Filmteam aufgenommene Material zu sehen sein wird. Nach Ausstrahlung der Sendung findet man sie auch in der Mediathek auf wdr.de

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Aug
09

Einfach was bewegen – gegen Repression in deiner Stadt

Geschrieben von (Jean-Philippe) in Kommunalwahl 2009 am 9. August 2009

Einfach was bewegen – gegen Repression in deiner Stadt

Es kann manchmal ganz einfach gehen, um etwas zu erreichen – so geschehen bei der Grünen Jugend Ratingen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Ratingen und ihre konservative Ratsmehrheit keine besonders jugendfreundliche Politik betreibt. Tugenden wie „Ordnung, Disziplin und Fleiß“ sind bei den konservativen immernoch eine Selbstverständlichkeit, was man dann an den Schützenumzügen mit Fackeln sehen kann, die manchmal an frühere zum Glück vergangene Zeiten erinnern. Repressive Maßnahmen, wie Videoüberwachung und Verteibung Jugendlicher von öffentlichen Plätzen sind scheinbar völlig normal in dieser größeren Stadt. Noch ist die Lage zwar traurig, aber überhaupt nicht aussichtslos, trotz maroder Jugendzentren mit mäßigem Programm kann man in Ratingen als Jugendlicher noch etwas erreichen. Entweder durch den Jugendrat oder eben durch aktives Entgegenschreiten der Grünen Jugend.

An der Ratinger Eissporthalle war ein sogenannter „Mosquito“ angebracht, der Hochfrequenztöne ausstrahlt, die nur Jugendliche hören und tinitusähnlich sind. Dieses Mittel dient der Vertreibung Jugendlicher aus dem öffentlichen Raum mit fadenscheinigen Begründungen: die asoziale, Alkoholiker-Jugend eben… Das Aufmerksam machen in der Presse mit Leitartikel auf Seite 1 hat sein übriges zur Entfernung des menschenverachtenden Apparats getan. Niemand will schuld gewesen sein – natürlich, aber die Grüne Jugend kämpft weiter und zeigt anhand dieses Beispiels, dass es wirklich einfach sein kann etwas zu verändern.

Glück im Unglück war in diesem Fall, dass das Anbringen des Mosquitos nicht durch den Stadtrat ging, also nicht demokratisch legitimiert war und dementsprechend Konsequenzen für den zuständigen CDU-Dezernenten zu erwarten sind.

Macht mit und kämpft gegen Jugendrepression: Einfach was bewegen – in deiner Stadt!